Domingo, 30 de Agosto de 2009

Muluku Okhala

 

 Este Blog não é alemão, mas sim bilingue. A maior parte dos contos estão escritos em português.

 

 

          

 

 

In der Hoffnung das ein Brief für ihm angekommen ist, ging Tamimo noch einmal zur Post.  Im Gebäude, wo niemand verweilte, sagte der Beamte dass es nichts für Tamimo Otiselo da ist. Scheinbar ist auch kein Brief da für irgend jemand der Insel und Stadt Mosambik. Die Insel ist wie vergessen geblieben. Niemand schreibt und sowieso die meisten Einwohner können weder lesen noch schreiben.

            Tamimo bedankte sich und ging raus. Wie üblich, wartete er etwas vor dem verfallenen Gebäude der Post; vielleicht kommt noch der Postbeamter hinterher und sagt: Tamimo! Hier ist ein Brief für dich, aus Portugal. Aber nein, der Beamte rührte sich nicht. Der ehemaliger „patrão“, Besitzer, hat nicht geschrieben und Tamimo ist voller Traurigkeit weiter gelaufen; seit Jahre schreibt Herr Madail nicht. Nur einmal schickte er eine Postkarte mit einem Weihnachtsbaum dass Tamimo nicht verstand was es bedeuten soll. Es war nicht geschrieben dass der „patrão“ ein Flugticket schickt damit Tamimo nach Lissabon reisen kann um wieder in der Werkstatt Madails sein erster Helfer und Stellvertreter zu sein wie früher als Madail die „Auto-Mecânica de Moçambique“ besaß.

            Tamimo betrachtete noch einmal den Palast des Gouverneurs, neben der Post, aus dem XV Jahrhundert, von den Portugiesen gebaut und heute nur noch ein Museum, und sah die kaputten Laternen des ex-St. Paul Platz und die noch nicht verrotenen Balken des Kai.

            Seit Jahre dauert die Traurigkeit des Tamimo vom Nihimo Otiselo. Als er für Madail arbeitete, glaubte Tamimo dass er zum Nihimo der Weißen gewechselt ist, bzw. zu dem des Madails und seine Familie. Als die Unabhängigkeit kam und die Truppen der Frelimo in die Inselstadt einzogen bekam Madail angst. Man wollte Autos von Ihm und unbezahlt. Er gab denen zwei alte Käfer und sein Toyota, aber machte sofort die Koffer und fuhr mit dem Schienenbus nach Nampula um von dort mit einem Flugzeug nach Maputo. Kaum hat er von Tamimo abschied genommen. Er sagte nur, "ich werde eine Werkstatt in Lissabon aufmachen und dir ein Flugticket schicken damit du wieder mein Vertraute wirst".

            Tamimo hat geglaubt und jahrelang gewartet. Er sagte immer für sich: „das Flugticket wird kommen, ich gehöre zum Nihimo des Madails, der weiße Mechaniker“. Tamimo versuchte noch etwas zu arbeiten in der verlassene Werkstatt des Madails, aber es waren weder Ersatzteile vorhanden noch Öle, Benzin und sonst noch etwas für die Autos und am Ende verschwanden aus der Insel alle Fahrzeuge.

            Ohne Aussichten sich im Gewerbe der Automechanik zu bestehen, versuchte Tamimo Fahrräder zu reparieren. Ganz kleine Sachen könnte er machen, aber nirgends waren Pedalen, Zahnräder, Ketten oder Radnaben vorhanden. Nicht mal Reifen konnte man kaufen.

            Das Gebäude der Werkstatt wurde fast zerstört durch einen etwas stärkeren Monsunregen. Nach mehrere Monsuns zerbrach der Dach der Werkstatt und die der daneben liegenden Gebäuden, einschließlich das Kaffeehaus wo Tamimo und Madail jeden Morgen einen Espresso tranken.

            Tamimo arbeitete gerne in der Werkstatt Madails, aber mag nicht die so genannte Weiße Stadt, wo hauptsächlich Portugiesen aus Europa, Chinesen, Inder und einheimischen Beamten wohnten. Für Ihm waren die alten europäischen Gebäuden etwas unheimlich, alle hatten tiefe Keller wo früher die Sklaven auf die Schiffe die nach Brasilien fahren sollten warteten. Er wohnte am liebsten im afrikanischen Viertel wo er als Vertraute des weißen Mechaniker ein angesehener Mann war, bzw. in die tiefe Ebene des Viertel Litine mit große Entwässerunsgraben und infolgedessen von den starken Winden und Monsunregen geschützt. Sein Haus aus Bambustöcke und „Lacalaca“ mit „Macute“ gedeckt, wie alle anderen Häuser, hat eine Veranda vorne und einen kleinen Garten hinter. Für ihm war es eine bessere Wohnung als die alten Gebäude der Portugiesen, die meisten vor mehrere Jahrhunderte von Maurern aus Indien errichtet wurden und inzwischen alle kaputt sind.

            In seinem Haus, Tamimo glaubte er ist näher an Muluku, die Gottheit seines Volkes und seines Nihimo, seine große matriarchalische Familie. Man musste zusammen leben, die Muslimen waren feindlich angelegt auf diese Nihimos von Litine und nur die lange Anwesenheit der Portugiesen machte dass alle am Ende sich gegenseitig dulden.

            Als Tamimo immer noch wartete kam plötzlich wieder einen Krieg, aber dieses mal nicht weit im Norden, sondern ganz nahe. Die Renamo wollte die Stadt erobern und die Frelimo mobilisierte alle, hauptsächlich Männer des Litine Viertel. Tamimo wurde eingezogen; bekam eine alte Kalashnikov AK-47 und lernte auch mit dem RPG-7 Rakettenwerfer umzugehen. Aus der Tschechoslowakei kamen einige Lastern. Vorher schießte jede Nacht die Renamo auf die Insel, die sehr nahe am Land liegt und durch eine Brücke verbunden ist, aber der Bataillon des Tamimo ging los ins innere des Landes und gehörte zur Brigade der „Ameisen“, so genannt weil man starb da wie Ameisen. Man suchte im Busch die Renamo Leute und konnte kaum jemand finden.  Ab und zu wurde geschossen und niemand wusste von wo und wer, einige Kameraden Tamimos fallen durch diese Schüsse und andere wegen der vielen Minen dass die Truppen eines gewissen Herrn Djlakama überall legten. Aber, auch in Afrika, können  die Städte immer mehr Leute mobilisieren als die ländliche Welt, weshalb eines Tages der Frieden geschlossen wurde. Herr Djlakama bekam eine schöne Villa in der Hauptstadt, ein gutes Gehalt als Führer der Opposition und seine Leute einige angenehme gepolsterte Sitze im Parlament.

            Tamimo war wieder frei in seiner Stadt und erkundigte sich ob Briefe aus Portugal angekommen sind. Nichts war da. „Natürlich“, dachte Tamimo, „wegen des Krieges kam keine Post, aber bald werden die Briefe da sein“, weshalb Tamimo täglich zur Post ging.

            Tamimo verbrauchte dass bisschen Geld seiner Militärzeit mit der Frau die seine zwei Kindern ernähren musste. Während des Krieges ist seine Frau fast täglich durch die Brücke ins Land gegangen um Maniok zu pflücken. Man sagte es ist gefährlich, die Renamo Leute konnten auf ihr schießen. Sie verstand nicht um was für einen Krieg es sich handelt und sagte immer: "Ich habe keine Feinde". Allerdings, die Angsthasen der Stadt gaben gutes Geld oder Fisch für das gepflückte Maniok und der Nihimo Otiselo überlebte besser als sonst die so genannten schrecklichen Zeiten.

            Die Stadt hatte nichts mehr. Tamimo ging fischen in einem Kanu das er vor lange Zeit gebastelt hat. Er bringt mehrmals pro Woche Fisch nach Hause und ab und zu verkaufte er es im Markt und kaufte die Süßigkeiten die am Abend in kleine Stände mit eine Petroleumlampe verkauft wurden. Die Stadt hatte immer noch kein Elektrizität, aber man gewöhnte sich an diese Lampen. Trotzdem füllten sich die Einwohner der Stadt wichtiger als die des Landes, auch wenn es nicht viel zu essen da war.

            Tamimo, der Mechaniker einer Stadt die weder Autos noch Fahrräder hatte, war immer noch angesehen, aber von der Frau verspottet weil er zu wenig nach Hause brachte. Er sagte immer: „ich werde nach Portugal reisen und von dort Geld schicken. Ja, die Portugiesen sind reich, das weiß ich. Ich sah die Fotos dass der indische Richter aus Portugal gezeigt hat, als er hier im Urlaub war. In Lissabon, leben die Portugiesen in Marmor verkleidete Hochhäuser und die großen Pfeilen der Überführungen der Stadt sind mit schöne Kacheln belegt die alte Autos, Luftballons und Flugzeuge mit zwei Flügel zeigen. Alle Portugiesen fahren einen Wagen. Da gibt es keine Arme Leute. Die Einwandern aus Afrika bekommen auch eine Wohnung mit Marmoreingang und Treppen“.

Aber der Muwene von Litine sagte ihm. „Achtung, die Reichen sind geizig und „Minko oruhua orilu”, der Geiz bringt Unglück. Tamimo antwortete: „Madail war wie ein Vater für mich, hat mich in die Berufsschule eingeschrieben und finanzierte mein Führerschein. Der VW Käfer des alten Luciano war schon für mich bestimmt und „Muluku okhala“, die Gottheit existiert, und die wird meine Hoffnungen erfüllen".

Der Muwene antwortet, „du sollst nach Nacala fahren und da eine Stelle in eine Werkstatt finden. Es ist die Hafenstadt, es sind Autos und Lastautos da. Die Armee hat viele Lastwagen. Vielleicht nehmen sie dich wieder und du bekommst einen richtigen Beruf anstatt hier zu warten. Du warst schon in der Armee und weiß wie es ist. Du fährst mit einem „Chapa“ nach Nacala und in zwei oder drei Stunden bist du da. Zum übernachten suchst du unser Muwene, der dich gerne empfangen wird, aber Achtung, wir haben Feinde überall. Nur die Armee will nichts wissen ob wir „Muluku“ ehren oder sonst irgend einer andere Gottheit“.

            „Nein“, sagte Tamimo, „es ist zu früh, Muluku Okhala, die Gottheit existiert, der Brief wird kommen und ich werde nach Lissabon reisen und in der reichste Stadt leben und das gute Geld Europas schicken“.

            „Mag sein, aber ich glaube es nicht“, antwortet der Muwene.

            Mit der Zeit, Tamimo füllte sich von Madail verraten und sein Gesicht zeigt eine immer größere Traurigkeit. Er hatte kein Appetit mehr und wollte immer weniger essen oder sonst etwas tun. Er sass stundenlang am Rande des Kanals der die Insel vom Festland trennt. Hinter ihm steht dass verfallene Gebäude der Post.

            Eines Tages, wollte Tamimo wieder bei der Post anfragen ob ein Brief für ihm gekommen ist, aber dachte, es lohnt sich nicht zu fragen. Niemand schreibt. Ich und wir alle, Einwohner dieser Stadt ohne Licht sind von der Welt vergessen.

            Er ging zur alte Kaibrücke und ließ sich im Wasser fallen. Das Gewicht seiner Tristesse war größer als ein Stein. Er ging sofort runter, atmete das Wasser und war für immer fort. Niemand hat ihm wieder gesehen, die Flut schickte sein Körper zum Indischen Ozean, wo vielleicht die Haifische eine Mahlzeit aus ihm gemacht haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

publicado por DD às 00:24
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